Wo die großen Haie wohnen

Zu Besuch bei den Spitzenprädatoren im Ostpazifik

..... 2009 wurden die Ergebnisse der Studie „Tagging of Pacific-Toppredators“ die regelmäßigen Wanderungsbewegungen von Tigerhaien, Weißen Haien und anderen großen Jägern veröffentlicht. Tatsächlich waren diese Wanderungen auch den Polynesiern bekannt, die sie zur Navigation nutzen und unter anderem so Hawaii entdeckten.

Geht es um große Haie, ist schnell auch die Rede von Südafrika oder West-Australien. Tatsächlich finden sich die größten Haie, die größte Anzahl und die höchste Vielfalt im Pazifik. Dort gilt der Hai den Urvölkern Polynesiens nicht als Inbegriff des Killers, sondern als segensreiche Gottheit. Als Wissenschaftler das Geheimnis zu entschlüsseln suchten, wie die Polynesier mit Einbäumen Hawaii entdecken und besiedeln konnten, stießen auch auf den Hai. Er soll den Polynesiern der Legende nach den Weg dorthin gewiesen haben. Eine Legende? Mitnichten. 2009 wurden die Ergebnisse der Studie „Tagging of Pacific-Toppredators“ die regelmäßigen Wanderungsbewegungen von Tigerhaien, Weißen Haien und anderen großen Jägern veröffentlicht. Tatsächlich waren diese Wanderungen auch den Polynesiern bekannt, die sie zur Navigation nutzen und unter anderem so Hawaii entdeckten.

Nicht zuletzt sind diese Erkenntnisse auch für Sporttaucher interessant, die schon immer einmal mit diesen ebenso eleganten wie beeindruckenden Haien tauchen wollten. Vor allem die Tauchgebiete, die der Westküste Mexikos und Mittelamerikas vorgelagert sind, sind für viele Haiarten echte Hotspots. So gibt es zum Beispiel nirgendwo größere Ansammlungen von Hammerhaien, als vor Cocos-Island vor der Küste Costa Ricas.

Ähnlich große Hammerhaischulen können, je nach Jahreszeit auch bei Soccoro, einer kleinen Inselgruppe vor Mexico, beobachtet werden. Wenn dort gerade „Pause“ ist, beginnt praktischer Weise die Saison für Weiße Haie bei der Insel Guadalupe, nicht weit von Soccoro entfernt.

Und dann sind da natürlich noch die Galapagos-Inseln. Sie sind so etwas wie der Schlüsselort der Evolution. Riesenschildkröten, Albatrosse die nicht fliegen können, Pinguine in der Äquatorregion und tauchende Leguane – es ist schon erstaunlich, wieviel Einzigartiges dieser kleine Archipel rund 1000 Kilometer entfernt von Ecuador zu bieten hat. Erstaunlicherweise war Charles Darwin bei seinem Besuch auf den Galapagos-Inseln noch gar nicht bewusst, dass er hier den Schlüssel zur Evolutionstheorie entdeckt hatte. Erst bei der Auswertung seiner Ergebnisse im heimischen England wurde ihm klar, was er da überhaupt entdeckt hatte. Dabei hatte Darwin noch längst nicht alles gesehen, denn die Welt unter der Meeresoberfläche blieb ihm weitgehend verborgen. Dass sich an den unter dem Forschungsschiff Beagle gewaltige Walhaie bewegten, war ihm gänzlich unbekannt, ebenso wie die Existenz der Galapagos-Haie, die ihr erstmals beschrieben wurden.